Das dachte ich, als Dominic Prétat zum ersten Mal von «Die Gemeinde in der Arbeitswelt» von C. Peter Wagner schwärmte. Diesen Sommer habe ich das Buch dann doch gelesen – und immer wieder zur Hand genommen. Es hat mich an einigen Stellen überrascht, provoziert und weitergebracht.
Hier meine 7 persönlichen Key Take-aways:
- «Ekklesia» ist nicht mit dem Kirchengebäude gleichzusetzen. Das Wort bedeutet schlicht: «Gottes Volk». Und das hält sich mehr am Arbeitsplatz auf als im Gebetssaal.
- Das hebräische Wort «avodah» heisst Arbeit und Anbetung. Ein Wort vereint Welten, die wir getrennt haben.
- Wir brauchen Apostel in der Arbeitswelt – nach dem Vorbild des Arztes Lukas und der Modeunternehmerin Lydia aus der Bibel.
- Christen können ganze Städte verändern. Dabei darf Transformation nicht nur geistlich messbar sein: Im guatemaltekischen Almolonga soll sie in einem Mass geglückt sein, dass Gefängnisse schliessen mussten.
- Armut ist ein Fluch, Wohlstand ein Segen. Schütteln wir das «Ideal» der Bettelmönche ab, seien wir in jeder Hinsicht «fruchtbar» – und feiern wir eine Kultur der Grosszügigkeit.
- Die Ortsgemeinde soll Berufstätige nicht nur als Ressource für Kirchenprogramme sehen. Viel schlauer wäre es, Unternehmerinnen und Unternehmer für ihren «Gottesdienst» in der Arbeitswelt zuzurüsten, zu bevollmächtigen – und auch mal loszulassen.
- Gemeinde- und Arbeitswelt ticken unterschiedlich. Unternehmer und Pastoren tun deshalb gut daran, das Verständnis füreinander zu fördern.
Disclaimer: Ich bin überzeugt, dass Ortsgemeinden – wo sich Menschen aus allen Gesellschaftsschichten begegnen – ein genialer Gedanke Gottes sind (und bis im Himmel bleiben). Wir sollen sie bauen und pflegen. Genauso wichtig ist aber, dass wir Christen für den «Gottesdienst» in der Arbeitswelt befähigen.
Country-Legende Johnny Cash hat es mal so geschrieben: «So heavenly minded, you're no earthly good.» Sinngemäss: «So sehr auf den Himmel bedacht, dass du auf der Erde zu nichts zu gebrauchen bist.»
Das Cover hat sich noch nicht gebessert. Aber der Inhalt macht es wett. Und wer mal Budget für ein neues Layout hat, soll sich bei mir melden.
Stephan Lehmann-Maldonado ist Co-Chefredakteur des goMagazins und Partner der comm-unity creative collective AG
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