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Wenn das Übernatürliche ganz natürlich ist

Geschrieben von Benjamin Baumann | 268. Sep 2026

Ein persönlicher Einblick in meinen Weg und meine neue Aufgabe als Chief Prayer Officer bei LabOra. Manchmal beginnt eine Reise an einem Ort, an dem man sie überhaupt nicht erwartet. Ein persönlicher Einblick in meinen Weg und meine neue Aufgabe als Chief Prayer Officer bei LabOra.

Meine Reise begann mitten im peruanischen Amazonasgebiet. Aufgewachsen in einer Missionsarbeit durfte ich schon als Kind erleben, dass Glaube nicht nur etwas ist, worüber man sonntags spricht. Ich habe einen Lebensstil kennengelernt, in dem man mit Gottes Wirken rechnet, ihm vertraut und auch im Kleinen dankbar sein kann.

Vielleicht ist genau das bis heute ein Teil meiner DNA geblieben.

Ich freue mich sehr, nun als CPO bei der Stiftung LabOra unterwegs zu sein und Menschen in Unternehmen zu begleiten. Dabei bringe ich nicht einfach ein Coaching-Konzept mit. Ich bringe meine Geschichte, meine Erfahrungen, meine Überzeugungen und meine Beziehung zu Gott mit.

Und deshalb möchte ich mich nicht einfach mit einem klassischen „Das bin ich“ vorstellen. Viel lieber nehme ich euch mit in ein kleines persönliches Interview.

Woher kommst du – und was hat dich geprägt?

Meine Kindheit im peruanischen Amazonasgebiet hat mich stark geprägt. Der Lebensstil dort war einfach. Nicht alles war selbstverständlich. Gerade deshalb habe ich gelernt, das Kleine zu schätzen und dankbar zu sein.

Gleichzeitig durfte ich einen Glauben erleben, in dem das Übernatürliche seinen Platz hatte. Gottes Gegenwart war nicht nur eine theologische Idee, sondern etwas, mit dem man im Alltag rechnet.

Als ich später in die Schweiz kam, hat sich dieser Lebensstil weiterentwickelt. Andere Umgebung, andere Kultur, andere Herausforderungen – aber die Frage blieb dieselbe:

Wie sieht es aus, wenn ich Gott wirklich in meinen Alltag einbeziehe?

Diese Frage begleitet mich bis heute.

Was begeistert dich?

Mich inspirieren Menschen, die wissen, wer sie sind – Menschen, die ihre Identität erkannt haben und daraus leben.

Menschen, die nicht nur über Gottes Wirken sprechen, sondern ihm Raum geben und tatsächlich damit rechnen, dass er handelt. Mich faszinieren Hingabe, Mut und Menschen, die bereit sind, Glaubensschritte zu wagen.

Besonders inspiriert mich die himmlische Perspektive auf eine scheinbar weltliche Situation. Manchmal sehen wir ein Problem und denken: „Das wird schwierig.“ Und dann kommt der Heilige Geist mit einer Perspektive, auf die ich selbst nie gekommen wäre.

Genau das liebe ich.

Was bringst du aus deinem bisherigen Weg mit?


Mein Weg hat mich durch unterschiedliche Lebensbereiche geführt und mir dabei viele wertvolle Erfahrungen geschenkt.

Ich bin verheiratet und darf gemeinsam mit meiner Frau unsere beiden Kinder auf ihrem eigenen Weg begleiten – eine Aufgabe, die mich immer wieder lehrt, Verantwortung zu übernehmen, loszulassen, Vertrauen zu schenken und Menschen nicht in eine bestimmte Richtung zu drängen.

Als langjähriger Privatpilot durfte ich ebenfalls viel Verantwortung für Menschen übernehmen und sie sicher von A nach B bringen. Dabei habe ich gelernt, vorausschauend zu handeln, Entscheidungen zu treffen und auch in herausfordernden Situationen ruhig und klar zu bleiben. Auch meine Führungserfahrung als Offizier im Militär hat mich geprägt.

Heute möchte ich Menschen jedoch nicht mehr einfach von A nach B bringen. Vielmehr möchte ich sie ein Stück auf ihrem eigenen Weg begleiten.

Was bedeutet Coaching für dich?

Für mich beginnt Coaching mit echtem Interesse am Menschen.

Ganz unabhängig davon, ob jemand Geschäftsführer, Führungskraft, Lernender oder Mitarbeitender ist: Jeder Mensch ist für Gott wertvoll und jeder Mensch ist gleichwertig. Sein Wert hängt nicht von seiner Leistung, seiner Position, seinen Fähigkeiten oder seinem bisherigen Lebensweg ab.

Deshalb sehe ich Menschen wie Diamanten: einzigartig, kostbar und von unschätzbarem Wert. Als Coach möchte ich Menschen dabei begleiten, diese Kostbarkeit neu zu entdecken, ihre Identität zu stärken und das zu entfalten, was in ihnen steckt.

Dabei interessiert mich nicht nur die Frage: „Was funktioniert?“ Mich interessieren auch die Fragen dahinter:

Was hält dich zurück?
Was raubt dir deine Kraft?
Welche Lüge glaubst du über dich selbst?
Und was könnte möglich werden, wenn du Gott in diese Situation hineinlässt?

Was motiviert dich in deiner neuen Aufgabe?

Ganz einfach: Menschen.

Ich möchte Menschen empowern, sie ermutigen und herausfordern, ihre nächsten Schritte zu gehen.

Ich möchte Führungspersonen unterstützen und gleichzeitig meinen Glauben nicht irgendwo vor der Unternehmenstür abgeben. Denn für mich gehört beides zusammen:

Professionalität und Glaube.
Klarheit und Mitgefühl.
Verantwortung und Vertrauen.

Und welche Erwartungen hast du an dich selbst als CPO?

Eine meiner wichtigsten Erwartungen an mich selbst ist, meine verschiedenen Rollen bewusst wahrzunehmen und aktiv zu leben.

Ich möchte zuhören – wirklich zuhören.

Nicht nur dem, was ein Mensch sagt, sondern auch dem, was der Heilige Geist mir zeigt. Und wenn ich den Eindruck habe, dass Gott mir etwas aufs Herz legt, möchte ich den Mut haben, entsprechend zu handeln.

Dabei geht es mir nicht darum, jemandem meine Sichtweise überzustülpen. Im Gegenteil. Ich möchte Raum schaffen, damit Menschen selbst entdecken können, was Gott in ihrem Leben tut.

Meine Haltung soll deshalb immer wieder dieselbe sein:

Dieser Mensch ist wertvoll.
Dieser Mensch ist ein Diamant.
Und ich darf ein Stück seines Weges mitgehen.

Was wünsche ich mir für die gemeinsame Reise mit einem Unternehmen?

Ich wünsche mir keine oberflächliche Zusammenarbeit, bei der am Ende einfach ein paar gute Gespräche stattgefunden haben.

Ich wünsche mir Entwicklung.

Eine Reise, auf der Menschen ermutigt werden, Verantwortung zu übernehmen, ihre Identität zu entdecken und neue Schritte zu wagen.

Eine Reise, auf der Glaube nicht versteckt werden muss, sondern auf gesunde und authentische Weise Teil des Unternehmensalltags sein darf.

Ich freue mich auf die Menschen, die mir begegnen werden. Auf ehrliche Gespräche, neue Perspektiven und mutige Fragen.

Benjamin Baumann ist neuer CPO bei der LabOra Stiftung in der Region Bern.