Für die einen ist sie eher bedeutungslos oder ein vergessenes Relikt aus der Vergangenheit, für die anderen bedeutet sie alles. Und wieder andere entscheiden sich ganz bewusst für eine weitere Taufe.
Vom Suchen zum Gerufen werden
Für mich gab es in der Vergangenheit nur wenige Berührungspunkte mit Gott. Aber das war okay, es lief ja trotzdem irgendwie gut. Ich war auf eine Art auch schon bewusst unterwegs und dachte, das passt schon.
Doch schrittweise und sehr behutsam hat sich Gott bemerkbar gemacht. Sein Ruf wurde dann irgendwann lauter und deutlicher. Ich sah kleine Wunder, ich hörte andere Zeugnisse und wollte mehr erfahren. Es machte mich regelrecht neugierig. Und eines Tages – es ist ein schleichender Prozess – wusste ich es: «Jetzt, jetzt kann ich nicht mehr zurück». Ich habe zu viel gesehen, zu viel gehört und zu viel erlebt. Jesus ist real.
Ich muss gestehen, am Anfang meines Glaubensweges war ich überfordert. Muss ich mir jetzt eine Gemeinde suchen? Welche ist die richtige für mich? Soll ich jetzt bei der Arbeit über Jesus sprechen? Oder wann "oute" ich mich und wie sage ich es meiner Familie und meinen Freunden?
Als neue Nachfolgerin Jesu änderte sich mein ganzes Leben. Die Fragen wurden nicht weniger – im Gegenteil, sie kamen zu Hauf. Aber dann berührte er mein Herz, und die Theorie, das „Wie“, rückte in den Hintergrund. Er hat mich bei meinem Namen gerufen und jetzt bin ich sein. Darauf darf ich vertrauen. Er geht den Weg mit mir.
Ein neues Leben mit Jesus
Aus diesem Grund habe ich mich mit 39 Jahren dazu entschieden, mich im Mai diesen Jahres auf den Namen Jesu Christi taufen zu lassen.
Ich darf nun in der Gnade Gottes wandeln und spüre förmlich, wie er im Hintergrund Brücken für mich baut und Gräben zuschüttet, damit ich nicht mehr stolpere oder gar falle. Das ist ein wunderschönes und beruhigendes Gefühl. Ein Urvertrauen, was ich jedem Menschen nur wünschen kann.
Und für alle aufkommenden Fragen, die da kommen, schickt er Menschen in mein Leben, die mir helfen, Antworten zu finden, die mich annehmen, bestärken und mir ein gutes Gefühl geben. Denn Menschen, die mit Gott unterwegs sind, strahlen etwas aus, etwas das kaum in Worte zu fassen ist. Es gibt kein Verurteilen, keine negativen Gedanken, keine Oberflächlichkeiten. Für meinen "alten, weltlichen" Verstand ist dieser Gedanke noch ungewohnt, aber für Gläubige ist ein solches Miteinander Ausdruck ihres Glaubens und eher etwas Natürliches.
Jesus gab mir einen Frieden, den mir die Welt nicht geben kann.
Priska Pawlowski ist Leiterin der Administration der Stiftung LabOra.
Auf dem Bild (v. l. n. r.): Priska Pawlowski und Salome Nick (Leiterin Ora et Labora)