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Lebe den Versöhnungsdienst in Autorität aus!

Geschrieben von Simone Neuhauser | 29. Jan 2026

Du bist eine Botschafterin, ein Botschafter des Höchsten. Aber nur, wenn du deine Identität und Berufung als König, Priester und Prophet kennst, kannst du sie auch ausleben. 

Wir wissen, dass wir nach dem Bild Gottes geschaffen wurden – als Mann und Frau –, um fruchtbar zu sein und über die Schöpfung zu herrschen. Durch den Sündenfall ging dieses Bild in uns verloren. Wir begannen, nach dem Bild der Schlange zu leben und nahmen ihre Gesinnung an. 

Dadurch verlor die Herrlichkeit Gottes ihren Platz in uns, und unser Auftrag, Salz und Licht in dieser Welt zu sein, trat in den Hintergrund. 

Doch durch das Erlösungswerk von Jeschua, dem Messias, haben wir die Möglichkeit erhalten, wieder in das Bild Gottes verwandelt zu werden. Je ähnlicher wir Ihm werden und je mehr sein Bild in uns Gestalt annimmt, desto stärker kann seine Herrlichkeit durch uns hindurchscheinen. Sein Bild in uns gibt uns unsere wahre Identität.  

 "So sind wir nun Botschafter des Messias – ja, Gott selbst richtet seinen Ruf durch uns an die Menschen. Wir rufen um des Messias willen: Lasst euch mit Gott versöhnen!" 2. Korinther 5,20

Wenn ich jedoch meine Identität nicht kenne, kann ich diesen Dienst der Versöhnung nicht leben. Was bedeutet es also für mich persönlich, als Botschafter auf dieser Erde zu leben? 

 Ein Botschafter verkörpert die drei Ämter des Alten Testaments: König, Priester und Prophet. Ihre Aufgaben werden in der Bibel folgendermassen beschrieben: 

 Der König repräsentiert das Volk vor Gott und führt es dazu, Gott anzubeten. Er ist nicht selbstbezogen und führt das Volk nicht zurück in die Welt, sondern leitet es durch das Wort Gottes zu Ihm hin. 

 Der Priester dient Gott und den Menschen. Er trägt die Gegenwart des Herrn, die in ihm lebt, überall hin und segnet die Menschen im Namen Gottes. 

 Der Prophet hört, was Gott sagt, und setzt es um. Wenn nötig, gibt er Gottes Worte weiter. Vor allem aber gehorcht er dem, was er gehört hat. Das hebräische "schmah" bringt dieses Hören-und-Tun zum Ausdruck. 

 Alle diese Dienste haben gemeinsam, dass sie mit Autorität ausgestattet sind. Ein Botschafter ist jemand, der im Auftrag eines anderen auftritt und ihn repräsentiert. Als neue Schöpfung sollen wir den Menschen zeigen, wie Jeschua gelebt hat.  

Diese Autorität ist nicht irdischer Natur und sucht keine Macht. Sie wird uns geschenkt, damit wir nach seinem Bild und nach den Ordnungen seines Königreiches leben. Nur aus dieser Beziehung zu Ihm heraus haben wir Autorität. Nur aus dieser Verbundenheit sollen wir zu den Menschen gehen und sie erreichen. 

 Der Heilige Geist erinnert uns dabei an alles, was Jeschua gelehrt hat. Es geht nicht um Macht, sondern um das Beste für das Königreich. 

Was meint Genesis mit "untertan machen und herrschen"?

Die Welt versteht darunter: etwas niederdrücken, damit ich selbst erhöht werde. Doch JHWH (JHWH, hebräisch יהוה , ist der Eigenname des Gottes Israels in der hebräischen Bibel Tanach) meint: "Ich erniedrige mich, ich demütige mich und herrsche, indem ich diene." Genau diesen Weg hat Jeschua gewählt. Als königliche Priesterschaft sollen wir dienen und auf diese Weise Menschen zu Jüngern machen. Er ist gekommen, um zu dienen, und hatte dennoch Vollmacht über Dämonen und Gewalten – gerade weil er diente und sich demütigte. 

"So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit! Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch." 1. Petrus 5,6–7 

Demut bedeutet: Ich ordne mich Gott unter – und vertraue darauf, dass Er für mich sorgt. Gott erwartet von uns Demut: dass wir dienen, damit Er uns zur rechten Zeit erhöhen kann. 

Demut bedeutet jedoch nicht, sich selbst kleinzumachen, in Selbstmitleid zu verfallen oder den eigenen Wert zu leugnen. Jeschua kannte seine Identität – und gerade deshalb konnte er in vollkommener Demut handeln. Auch wir brauchen weder die Anerkennung der Menschen noch müssen wir uns ihnen beweisen, um Wert zu haben oder etwas zu gelten.  

Wie erreichen wir diese Welt als wahre Botschafter? 

  • Indem wir uns immer mehr in sein Bild verwandeln und zu dem werden, wie Er uns geschaffen hat. 
  • Indem wir sein Licht und seine Herrlichkeit sichtbar werden lassen, damit Er verherrlicht wird.
  • Indem wir täglich in dem Bewusstsein leben, dass nicht mehr wir selbst leben, sondern Jeschua in uns lebt.
  • Indem wir unsere wahre Identität kennen und in der Autorität leben, die Er uns gegeben hat.
  • Indem wir den Menschen mit der Liebe Jeschuas dienen – durch unser Leben, unsere Worte und unsere Haltung.
  • Indem wir Menschen im Wort Gottes leiten, nicht selbstbezogen handeln und sie nicht in die Weltzurückführen, sondern königlich leben. 
  • Indem wir hören, was JHWH spricht, und es umsetzen – wenn nötig auch mit Worten –,so wie ein Prophet, der gehorcht.
  • Indem wir in Demut dienen – Gott und den Menschen.
  • Indem wir seine Gegenwart bewusst tragen, unseren Körper als Tempel zur Verfügung stellen und so den priesterlichen Dienst ausüben. 
  • Indem wir den Dienst der Versöhnung leben und Menschen zu Gott hinführen.

 

Simone Neuhauser ist Pflegefachfrau HF und Referentin in Leuggern. Sie ist auch Leiterin des Seminars zum hebräischen Denken von LabOra, das am 27. März 2026, stattfindet.