Montagmorgen, Arbeitsplatz, Kaffee – und Gott? Was hat unser ganz gewöhnlicher Berufsalltag mit unserem Glauben zu tun? Eine ganze Menge. Vielleicht entdecken wir Gott gerade dort, wo wir ihn am wenigsten erwarten: mitten in unserer täglichen Arbeit.
Uns von LabOra ist es wichtig, dass unser Glaube mit unserem Alltag und täglichen Leben in Verbindung steht. Unsere Beziehung zu Gott soll in unserem Beruf Hände und Füsse – Worte und Taten erhalten.
Spontan fällt mir dazu die Bibelstelle aus Römer 12, 1 & 2 ein. Paulus beschreibt in diesen Versen, dass wir Gott eine Antwort geben können auf seine Liebe und seine Hinwendung zu uns, die die Kluft zwischen ihm und den Menschen aufgehoben hat.
Unsere Antwort auf das göttliche Angebot und seine Hinwendung ist laut Paulus, dass wir Gott unser ganzes Leben zur Verfügung stellen. Wir sollen in unserem Alltag die göttlichen Botschafter sein und seine Massstäbe in unserem Tun sichtbar werden lassen. In diesen Bibelversen heisst es auch, dass es ein vernünftiger Gottesdienst ist, wenn wir unser ganzes Leben Gott zur Verfügung stellen und uns mit unserem Tun für ihn einsetzen.
Unser Glaube bekommt Hände und Füsse
Dabei erinnere ich mich an das Buch von C. S. Lewis „Pardon, ich bin Christ“. Auf S. 57 beschreibt er Gott als liebevollen und kreativen Schöpfer dieser Welt. Er vergleicht ihn mit einem Autor, der eine gute Geschichte schreiben will, oder einem Maler, der ein wundervolles Bild malt. Gott möchte tatsächlich, dass wir ihm sehr tatkräftig dabei helfen, die Geschichte / das Bild in positivem Sinn, mit Hingabe und guten Absichten mitzuprägen.
Jesus selber erzählte auch viele Geschichten. Eine davon lesen wir in Matthäus 25 ab Vers 14. Es geht dabei um drei Arbeiter, die alle einen verschieden grossen Geldbetrag erhalten haben, um damit zu arbeiten. Die ersten beiden handelten dabei mit Vorsicht, Engagement und Leidenschaft, gerade so, als wäre es ihr eigenes Geld gewesen. Nach einem Jahr hatten sie auch ihren Betrag verdoppelt und sie wurden von ihrem Chef dafür reichlich belohnt.
Wie könnte die Anwendung dieser Bibelstellen denn praktisch aussehen – als Schreiner, Architektin, Maurer, Geschäftsführerin, Lehrer? Eine mögliche Antwort findet sich in Jeremia 29, 5–7. Dort befiehlt Gott dem Volk Israel, sich mit ganzen Kräften und Können an ihrem Ort in der Fremde dafür einzusetzen, dass es allen gut geht. Sie sollen dort leben, Häuser bauen, Gärten pflanzen und Familien gründen.
Wir alle haben die folgende Begebenheit so oder ähnlich schon erlebt: Wir suchten ein Geschäft, einen Betrieb oder einen Arbeitsplatz auf, weil wir ein Produkt kaufen wollten oder ein Problem nicht selbst lösen konnten. An diesem von uns aufgesuchten Ort treffen wir auf eine Person, die voller Leidenschaft und grosser Freude ihren Job tut. Sie liebt ihre Arbeit und freut sich, wenn sie uns bei unserem Problem mit ihrer Fachkenntnis helfen kann. Ich bin immer wieder persönlich berührt, wenn ich einen solchen Moment erleben darf.
Jesus direkt bedienen
Aber ist denn jede Arbeit bedeutungs- und wertvoll? Oder nur ganz bestimmte Arbeiten und Dienste? Die biblische Antwort darauf ist verblüffend einfach und herausfordernd zugleich. Es ist die Arbeit, die ich in meinem Alltag mit Freude und Liebe so erledige, als würde ich Jesus direkt bedienen.
Gott möchte mit mir in meinem Alltag präsent sein und arbeiten. Meine Beziehung zu ihm erstreckt sich nicht auf einige geistliche Übungen zu besonderen Anlässen. Er hat mir individuelle Gaben anvertraut, die ich einsetzen und ihn damit ehren kann. Wir lesen davon auch in Kolosser 3, 23: „Worin auch immer eure Arbeit besteht – tut sie mit ganzer Hingabe, denn letztlich dient ihr nicht den Menschen, sondern dem Herrn.“
Kreativität und Schöpferkraft sind göttliche Eigenschaften, die er in die Menschen gelegt hat. Unsere Arbeit dient somit dem Arbeiter selber, seinem Nächsten und ehrt damit den Schöpfer, der ihn begabt hat.
Am Arbeitsplatz ist Gott Mose zum ersten Mal ganz deutlich begegnet (2. Mose 3). Während seiner Arbeit hat Gott Zacharias in seinem hohen Alter einen Sohn versprochen (Lukas 1). Während der Arbeit haben sich Paulus und Priscilla getroffen und so wurde sie mit ihrem Mann Aquila zu einer Leiterin der ersten Gemeinden. Auch Gideon war bei der Arbeit, als er einen himmlischen Boten traf (Richter 6), und Petrus hatte seine erste Begegnung mit Jesus an seinem Fischerboot (Lukas 5).
Gott ist Dir viel näher, als Du denkst. Er ist bei Dir in Deiner täglichen Arbeit und in Momenten, wenn Du um eine wichtige Entscheidung ringst. Er steht neben Dir, wenn Du am Montagmorgen Deinen Kaffee trinkst und über die Prioritäten für die kommende Arbeitswoche nachdenkst.
Wie wäre es, Gott zu deiner Priorität Nr. 1 zu machen? Ich tue alles mit ganzer Hingabe, letztlich diene ich nicht den Menschen, sondern dem Herrn.
Greti Wüthrich ist Chief Prayer Officer bei der Stiftung LabOra.