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Der Traktor auf dem Friedhof

Geschrieben von Claude Schnierl | 300. Oct 2026

Ein Traktor auf einem Friedhof – ein ungewöhnlicher Anblick, der mich auf einer Velotour nicht mehr losliess. Was zunächst wie eine kleine Beobachtung erschien, führte mich zu einigen grossen Fragen über das Leben und das, was wirklich zählt.

Im Juni waren meine Frau und ich auf einer Velotour quer durch die Schweiz. Wir geniessen jeweils diese Art von Urlaub. Man ist nahe an der Natur und kommt trotzdem gut vorwärts. Von Pfäffikon nach Andermatt, über den Furka nach Montreux und dann via Gruyere sowie über den Gurnigelpass ins Berner Oberland und wieder nach Hause.

Nach einem wohlverdienten Bad im See bei Gruyere , legten wir Halt bei einer Kirche ein. Dort verweilten wir einen Moment und erfreuten uns an der warmen Sommerabendstimmung. Auf dem Friedhof bei der Kirche entdeckte ich ein Grab mit einem Traktor darauf. Wir vermuteten, dass es ein Kindergrab war. Aber es hat in mir trotzdem einige Gedanken ausgelöst.

Was bleibt nach einem Leben übrig?
Ein Traktor, ein Oldtimer, ein schönes Haus oder viele Reiseerinnerungen?

Wir wissen alle - mitnehmen können wir nichts. Und trotzdem verhalten wir uns oft so, als ob dies alles Bestand hat. Bei den “Umdenken Kursen” von LabOra fordern wir die Teilnehmer jeweils heraus von hinten zu denken:

“Was möchte ich mal, was auf meinem Grabstein steht?”. Eine unbequeme Frage - und gerade deshalb eine, die zum Nachdenken anregt.

Der Traktor auf dem Friedhof hat mich daran erinnert, dass wir zeitlich begrenzt auf diesem Planeten leben. Was will ich mal, was von meinem Leben übrigbleit?

Wo setzte ich meine Ressourcen ein – was lohnt sich und was ist vergänglich?
Wo kann ich Ewigkeitswert schaffen?

Im Psalm 103, Vers 15-16 heisst es:  
"Der Mensch – seine Lebenstage sind so vergänglich wie das Gras. Er gleicht einer Blume auf dem Feld, die aufblüht, wenn aber ein starker Wind über sie hinwegfegt, dann ist sie nicht mehr da. Doch die Gnade des HERRN ist immer und ewig über denen, die ihm in Ehrfurcht dienen.”

Ich wünsche viel Mut und Weisheit beim darüber Nachdenken.

Claude Schnierl ist Chief Prayer Officer bei der Stiftung LabOra und leitet den Kurs "Umdenken am Arbeitsplatz" in Raum Zürich.